SONDERKONZERT FILM
accio piano trio

26.3.2021, 20:30

Film aus der Max-Reger-Halle
Nur online und auf OTV

Instrument / Musiker
Klavier

Christina Scheicher

Violoncello

Anne Keckeis

Violine

Clemens Böck

Komponist / Werk
Ludwig van Beethoven
Klaviertrio in Es-Dur, op. 1, Nr. 1: I. Allegro
Felix Mendelssohn Bartholdy
Klaviertrio Nr. 2 in c-Moll: II. Andante espressivo
Frank Martin
Klaviertrio über irische Volkslieder: III. Gigue. Allegro
Niels Wilhelm Gade
Novelletten op. 29: IV. Larghetto con moto

Da derzeit wegen der Corona-Pandemie öffentliche Konzerte nicht möglich sind, beschreiten wir einen für den Förderkreis für Kammermusik ganz neuen Weg. Wir erstellen in Zusammenarbeit mit dem Weidener Verein das sündikat e.V. einen 30minütigen Konzertfilm in der Max-Reger-Halle in Weiden.

Am 23. März 2021 um 20:30 auf OTV und ab dann online.

Für unseren Sonderkonzertfilm konnten wir ein junges Klaviertrio aus Österreich gewinnen, das in der Klasse für Kammermusik bei Prof. Martin Funda und Prof. Florian Wiek an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart studiert. Martin Funda, der Primarius des Armida Quartetts, hat den Kontakt hergestellt.

Das accio piano trio wurde 2013 von drei Kammermusik-begeisterten Studierenden an der Universität Mozarteum Salzburg gegründet. Seither hat das junge Ensemble bereits weit über 100 Konzertauftritte in zwölf Ländern und auf drei Kontinenten absolviert. Dabei überzeugt das Trio durch seinen erfrischenden, unprätentiösen Musizierstil.

Wegen der gebotenen Kürze werden sie einzelne Sätze aus drei verschiedenen Werken vorstellen.

Mit seinen drei Klaviertrios Opus 1 legt der 25jährige Ludwig van Beethoven schon 1795 reife, ganz eigenständige Kammermusikwerke vor. Sie sind viersätzig und alle drei Instrumente sind im Gegensatz zur vorher üblichen Dominanz des Klaviers weitgehend gleichwertig am musikalischen Geschehen beteiligt. Den lebendigen Kopfsatz aus dem ersten Trio (Es-Dur) werden wir hören: ein Allegro in Sonatenform mit intensiver motivisch-thematischer Arbeit.

1845 schrieb Felix Mendelssohn sein 2. Klaviertrio in c-Moll, ein romantisches Meisterwerk. Der 2. Satz, das Andante, ist nach einem dramatischen Kopfsatz bewusst schlicht gehalten. Doch durchläuft er eine erstaunliche Entwicklung. Beginnend als Mendelssohn-typisches „Lied ohne Worte“, in dem Klavier und Streicher einander im Liedvortrag abwechseln, gewinnt der Satz im nachfolgenden Moll-Teil zunehmend an Spannung und gipfelt in einer Coda aus wunderschönen Vorhalten.

Frank Martin, der bedeutendste schweizerische Komponist der Generation Hindemiths, hat wie sein deutscher Kollege Volkslieder in seine Kammermusik einbezogen. Ein durchweg folkloristisch gefärbtes Werk ist das Trio über irische Volkslieder von 1925. Der 3. Satz ist eine Gigue, denn dieser barocke Tanz stammt aus Irland. Martin kombiniert hier Themen im Zweier-, Dreier-, Vierer- und Fünfermetrum in rascher Folge. Daraus entsteht ein mitreißend schwungvolles Finale.

Mit einer kleinen Zugabe aus der Feder des dänischen Romantikers Niels Wilhelm Gade verabschiedet sich das Trio. Ein schwärmerisches Larghetto con moto aus den Novelletten op. 29, 4. Satz.

Dr. Harald Roth