Am Sonntag, 16. Januar 2022, werden wir Spitzenwerke der Quartettliteratur hören. Zunächst das einzige Streichquartett aus der Feder von Claude Debussy (op. 10 in g-Moll.) Debussy schrieb dieses Werk 1893 mit 30 Jahren in klassischer Viersätzigkeit. Neu daran ist neben der Verwendung von teils irisierenden impressionistischen Klangfarben, dass das gesamte thematische Material von einem Kernmotiv, das zu Beginn erklingt, abgeleitet ist.

W. A. Mozarts Streichquartett in C-Dur, KV 465, gehört zu den sechs Quartetten, die der 28jährige Komponist seinem verehrten „lieben Freund Josef Haydn“ gewidmet hat, der wiederum mit seinen sechs Quartetten op. 33 „Geburtshelfer“ dieser einzigartigen Werkreihe war. Wegen der fast modern klingenden chromatischen Vorhalte und dem Changieren zwischen Dur und Moll in der langsamen Einleitung erhielt es den Beinamen „Dissonanzenquartett“.

In Peter Tschaikowskys selten aufgeführtem dritten Streichquartett gedenkt der Komponist des 1875 verstorbenen Geigers Ferdinand Laub, der Primgeiger bei der Uraufführung seiner ersten beiden Quartette war. Es steht in der traurigen Tonart es-Moll (mit 6 b!). Dem hochemotionalen Kopfsatz folgt ein spukhaftes Scherzo wie eine dämonische Vision. Der langsame Satz ist ein Trauermarsch, der Schlußsatz schließt endlich in strahlendem Es-Dur.

Am 29. Februar 1991 wurde die Weidener Max-Reger-Halle mit einem Festkonzert der Bamberger Symphoniker eröffnet. Den dreißigsten Geburtstag der Halle wollen wir zusammen mit der Weidener Kulturbühne und zusammen mit der Max-Reger-Halle am 5. März 2022 mit einem Sonderkonzert feiern - mit Musik und Theater (wenngleich in abgewandelter Form). Wir konnten dafür das ARTE-Ensemble Hannover gewinnen. Dieses Ensemble ist spezialisiert auf Werke in außergewöhnlichen Besetzungen, diesmal in großer Bläserbesetzung (mit Kontrabass).

Eines der herrlichsten Werke Mozarts ist die Bläserserenade in B-Dur, KV 361, die „Gran Partita“ für 12 Bläser (2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Bassetthörner (!), 4 Hörner, 2 Fagotte) und Kontrabass. Das Riesenwerk hat 7 Sätze und ist von erlesener Schönheit.

Der Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn-Bartholdy / William Shakespeare gehört zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. In der Version dieses Abends für Bläsernonett und Kontrabass mit dem überaus suggestiven Sprecher Dominique Horwitz sind Texte des österreichischen Schriftstellers Franzobel zu hören. In moderner, ironisch-spritziger Textform stellen sie eine zeitgemäße Erneuerung der Shakespeareschen Vorlage dar. Der “Sommernachtstraum“ ist eine märchenhafte Liebesgeschichte, die ebenso komisch wie tragisch zu einem Spiel um Identität und Gefühle wird, das vor nichts und niemandem Halt macht. Franzobel präsentiert einen eingedampften Sommernachtstraum. Mit großem Spaß an dem Verwirrspiel entfaltet er unverblümt eine zeitlose Kritik an patriarchaler Ehe und an Herrschaftsverhältnissen.

Dr. Harald Roth
Sonderkonzert
Sa 05.03.2022 20.00 Uhr

Arte Ensemble

Dominique Horwitz Sprecher

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Bläserserenade B-Dur, KV 361, „Gran Partita“
  • Felix Mendelssohn-Bartholdy
    Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“

Der Kartenvorverkauf beginnt voraussichtlich am Fr 04.02.2022 um 11 Uhr

Weitere Konzerte