Trio Zimmermann

22. Februar 2019, 20 Uhr

Max-Reger-Halle Weiden

Instrument / Musiker
Violine

Frank Peter Zimmermann

Viola

Antoine Tamestit

Cello

Christian Poltéra

Komponist / Werk
Arnold Schönberg
Streichtrio op. 45
Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen BWV 988 (Fassung für Streichtrio)

Frank Peter Zimmermann zählt seit langem international zu den Spitzengeigern. Er verfügt - scheinbar ohne Anstrengung - über alle Qualitäten: Leidenschaft, Impulsivität, Virtuosität, Ausdruck und Präzision. Mit dem Bratscher Antoine Tamestit und dem Cellisten Christian Poltéra gründete er 2007 das Trio Zimmermann, das seitdem bei allen internationalen Konzertreihen und Festivals brilliert. „An Virtuosität, Perfektion und Tiefe ist das Spiel dieser drei nicht zu überbieten. Kurzum: Noch nie gab es eine Formation so gut wie diese“ (Eleonore Büning).

Frank Peter Zimmermann spielt die Violine "Lady Inchiquin" von Antonio Stradivari (1711). Mit Antoine Tamestits Stradivari-Viola von 1672 und dem berühmten Cello „Mara“ (1711), auf dem Christian Poltéra spielt, haben wir am 22. Februar 2019 die rare Gelegenheit, den Klang von drei exquisiten Stradivaris in der wunderbaren Akustik der Max-Reger-Halle zu erleben.

Arnold Schönberg schrieb sein Streichtrio op. 45 im Jahr 1946 im amerikanischen Exil. Es ist ein Werk, in dem der Komponist die Grenzerfahrung eines Herzinfarkts musikalisch verarbeitete, wie er es dem befreundeten Schriftsteller Thomas Mann gestand. Dieses Trio zählt zu den schwierigsten Werken der gesamten Kammermusik. „Selbst für Schönberg bringt es eine ganz exorbitante Häufung von wechselnden Klangfarben der drei Streichinstrumente, ein Alternieren von Flageolett, Pizzicato, gezogenem und geschlagenem Holzton, Verschärfung des Geräuschcharakters durch Spielen auf dem Steg und obendrein eine Ballung von dynamischen Gegensätzen, durch die der Gesamtklang aller musikalischen Erfahrung widerspricht” (Stuckenschmidt). Das Trio Zimmermann meistert – wie auf der CD-Einspielung zu hören – diese enormen Schwierigkeiten souverän. Aus komplexen zwölftönigen Raffinessen destilliert das Trio blutvolle, packende Musik.

Johann Sebastian Bach schrieb seine „Goldbergvariationen“, ein Kompendium barocker Variationskunst, für ein Cembalo mit zwei Manualen. Gespielt wird dieses Werk heute meistens auf dem modernen Flügel, was an sich schon einer Bearbeitung gleichkommt. Der Geiger Dmitry Sitkovetsky legte 1985 zu Bachs 300. Geburtstag eine Bearbeitung für Streichtrio vor. Mozart hatte bereits Fugen von Bach für diese Besetzung bearbeitet. Die herrlich singende Aria und die Oberstimme einiger der Variationen legen Streicher als geradezu ideale Besetzung nahe. Die drei Stimmen sind absolut gleichwertig behandelt. Die unterschiedlichen Klangfarben von Violine, Viola und Violoncello kommen der Durchhörbarkeit gerade der Kanons sehr zugute. Ein solches Gipfelwerk vom weltbesten Streichtrio auf drei Stradivaris erleben zu dürfen - was für eine Gelegenheit!

Dr. Harald Roth

 

 

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