Quatuor Hermès

8. April 2016, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle

Instrument / Musiker
Violine

Omer Bouchez
Elise Liu

Viola

Yung-Hsin Lou Chang

Violoncello

Anthony Kondo

Komponist / Werk
Josef Haydn
Streichquartett D-Dur op. 20/4
Anton Webern
5 Sätze für Streichquartett op. 5
Robert Schumann
Streichquartett a-moll op. 41/1

Wahrscheinlich gab es noch nie so viele ausgezeichnete Streichquartette wie heute. Die Zahl besonders junger hervorragender Quartette ist erstaunlich. Unsere Wahl fiel diesmal auf vier junge Franzosen (alle Mitte 20), das Quatuor Hermès (8. April 2016). Stars wie Rolando Villazon, Alfred Brendel und Gidon Kremer haben sich für die jungen Musiker eingesetzt, in die Lehre gegangen sind sie u.a. beim berühmten Artemis Quartett. Drei fabelhafte CDs haben sie schon veröffentlicht, von denen uns besonders die Aufnahmen der Schumann-Quartette begeistert haben. Trotz intensiver, zupackender Gestaltung bleibt der Klang stets schlank und durchsichtig.

Die Streichquartette Josef Haydns gehören zum Pflichtprogramm für jedes Quartett.  Die weite Spanne des Kompositionsschaffens Haydns kann an den 64 Quartetten nachvollzogen werden, von den divertimentoähnlichen Werken von op. 1 und op. 2 bis zu den reifen Alterswerken op. 77 und op. 103. Bereits in den 6 Quartetten op. 20, den „Sonnenquartetten“ fand Haydn zu höchster Meisterschaft. Das 4. Quartett davon werden die jungen Musiker zu Gehör bringen. Dichte Motivarbeit kennzeichnet den 1. Satz, der 2. Satz ist ein Variationssatz, in dem alle vier Instrumente gleichwertig behandelt werden, das Menuett ist ein „all zingarese“-Satz mit raffinierten Synkopen und rassigen Sforzati, der Finalsatz schließlich schäumt schier über von geistvoller Quartettkunst.

Anton Webern war Schüler von Arnold Schönberg. Die Grundsätze seines Meisters vertrat er am kompromisslosesten. Ein direkter Weg führt von Josef Haydn zu Anton Webern. Die motivische Arbeit gelangt bei Webern zu einem so hohen Grad von Verdichtung, dass unter Verzicht auf alles Formelhafte Sätze von aphoristischer Kürze übrig bleiben – Musik pur.

Nachdem Robert Schumann 1840 gegen größte Widerstände Clara Wieck geheiratet hatte, war er in einem wahren Schaffensrausch. Eine Unzahl von Liedern entstand und einige der herrlichsten Kammermusikwerke, darunter die drei Streichquartette op. 41. Beethoven war sein Vorbild, gewidmet hat er diese Werke „Seinem Freunde Felix Mendelssohn-Bartholdy“, entstanden sind Werke von höchster Individualität und Kreativität. Die Nummer 1 in a-moll werden wir hören: ein jugendlich dahinstürmender 1. Satz im 6/8 Takt, ein geisterhaft huschendes Scherzo mit einem überaus poetischen „Intermezzo“ als Trio, ein herrlich melodischer, romantischer Adagiosatz und ein kraftvolles Finale. Nie haben wir dieses jugendlich-feurige Werk intensiver, kompromissloser, fast draufgängerischer erlebt als von dem jungen Quatuor Hermès und deswegen wollten wir gerade dieses Werk in unserer Reihe erleben.

Dr. Harald Roth

 

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