Bernd Glemser

11. März 2016, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle

Instrument / Musiker
Klavier

Bernd Glemser

Komponist / Werk
Johannes Brahms
6 Klavierstücke op. 118
Franz Schubert
Wanderer-Fantasie C-Dur op. 15 D 760
Frédéric Chopin
Sonate Nr. 3 h-moll op. 58

Im Jahr 2009 überzeugte uns der Pianist Bernd Glemser mit seiner Interpretation von Beethovens 2. Klavierkonzert (zusammen mit der Sinfonietta Köln). Am 11. März 2016 werden wir ihn in einem Soloabend erleben. Bernd Glemser, "der deutsche Klaviermagier seiner Generation" (Badische Zeitung), zählt seit Jahren zur Riege international renommierter Pianisten. Schon in jungen Jahren machte er auf sich aufmerksam, als er buchstäblich alle Preise gewann, die es in der Klavierszene zu gewinnen gab, 17 davon in Folge! Rund 35 CDs hat er bis heute eingespielt und wirkte bei unzähligen Radio- und Fernsehproduktionen mit. Außerdem ist er Professor in Würzburg, gibt Meisterkurse und macht mit vielen befreundeten Kollegen Kammermusik. „Wo immer Glemser auftritt, provoziert er Ovationen“ (FAZ),  „Ein Wunder an Virtuosität bei gleichzeitiger künstlerischer Reife“ (Badische Zeitung), „Brilliant und sinnlich“ (SZ).

Romantische Werke stehen auf unserem Programm. Nach der Beschäftigung mit den klassischen Großformen (Sonate, Klavierkonzerte, Variationen) komponierte Johannes Brahms ab 1877 - ganz in romantischer Tradition - ausschließlich Reihen von Klavierstücken ohne inneren Zusammenhang, ganz persönliche „Lieder ohne Worte“, die subjektive Seelenstimmungen in Noten widerspiegeln. Die sechs introvertierten, fast einsamen Klavierstücke op. 118 (vier Intermezzi, eine Ballade und eine Romanze) gehören in ihrer Abgeklärtheit zur späten Schaffensperiode des Meisters. Ganz anders die extrovertierte, virtuose Wanderer- Fantasie des 25jährigen Franz Schubert. Über die effektvollen und  brillanten Äußerlichkeiten hinaus ist diese Fantasie ein großartiges Werk. Erstmals entwickelt Schubert aus einem einzigen thematischen Keim eine zyklische viersätzige Form (wie es Franz Liszt in seiner h-moll Sonate weiterentwickelt hat). Frédéric Chopin, der Meister der kleinen Form, hat auch drei Sonaten komponiert,  als Schüler die erstaunliche erste Sonate (c-moll), im Alter von 29 Jahren die zweite Sonate (b-moll) mit dem berühmten Trauermarsch und dem rätselhaft schattenhaften Finale und mit 34 Jahren die hinreißende, merkwürdigerweise weniger bekannte dritte Sonate (h-moll). Ein wahres Kabinettstück ist das Scherzo, das Largo ein Nocturne, und der hinreißende Schlusssatz ist „technisch und gestalterisch nur von wirklichen Meistern des Klaviers zu bewältigen“ (Otto Schumann).

Dr. Harald Roth

 

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