Igor Levit und Markus Becker

11. November 2016, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle

Instrument / Musiker
Zwei Klaviere

Igor Levit
Markus Becker

Komponist / Werk
Max Reger
Variationen und Fuge über ein Thema von Beethoven, op. 86
Introduction, Passacaglia und Fuge in h-Moll, op. 96
Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart, op. 132a

Max Regers 100ster Todestag im Jahr 2016 ist auch in der neuen Saison Anlaß für ein ganz besonderes Konzert (11. November 2016.) Igor Levit, eine der faszinierendsten Musikerpersönlichkeiten der Gegenwart, schätzt Max Reger sehr. Zum Erstaunen aller spielte er beim Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv Regers Bach-Variationen. Bei den Weidener Musiktagen 2013 durften wir dieses Werk von Levit in einer beispielhaften Interpretation hören (dazu Beethovens Hammerklaviersonate).

Levits ausdrücklicher Wunsch war es, zusammen mit seinem Pianistenfreund Markus Becker das Werk für 2 Klaviere von Reger in Weiden zu spielen. „Eine der seltenen wahrhaft großen Leistungen deutscher Pianistik der letzten 50 Jahre.“ Mit diesem Lob verbeugte sich 2001 das Musikmagazin Fono Forum vor Markus Beckers Einspielung des kompletten Klavierschaffens von Max Reger auf 12 CDs. Beide Pianisten verbindet nicht nur der gemeinsame Lehrer Karl-Heinz Kämmerling. Becker und Levit haben sich in den letzten Jahren regelmäßig für besondere Klavierprojekte getroffen.

Zu Regers Variationenzyklen über Themen großer Komponisten gehören neben den Bach-, Mozart-, Hiller- und Telemann-Variationen auch die Beethoven-Variationen, op. 86. Sie bilden in Stil und Umfang das Duo-Gegenstück zu den Bach-Variationen, op. 81. Beide Zyklen entstanden 1904, beide für Klavier, die frühere Serie zu zwei Händen, die spätere für zwei Klaviere.

Beide Zyklen krönen die Variationen mit einer Fuge. Als Thema wählte Reger die letzte von Beethovens 11 Bagatellen, op. 119. Diesem harmlosen B-Dur Andante ist nicht abzulauschen, was Reger 85 Jahre später daraus für zwei Klaviere entwickeln sollte. Seine 12 Variationen umreißen einen Kosmos spätromantischer Ausdruckscharaktere – vom lieblichen Andantino grazioso über skurrile Scherzo-Episoden bis hin zu auftrumpfenden Trauermarsch- oder Triumph-Variationen. Eine typische neobarocke Fuge beendet das Werk.

“Ein Gegenstück zu op. 86, aber noch grandioser!“ So kündigte Reger sein op. 96 (Introduction, Passacaglia und Fuge h-moll, 1906) nach erfolgreicher Uraufführung der Beethoven-Variationen seinem Duo-Partner Philipp Wolfrum an. Der mächtigen Grave-Introduktion folgt eine Passacaglia über ein 8-taktiges chromatisches Thema. Die folgende Fuge ist in ihrer Komplexität eine Herausforderung für Ausführende und Hörer. Insgesamt ein Werk, das beiden Pianisten alles an Technik und Klangsinn abfordert („musikalisch und technisch wahnsinnig schwer, also Vorsicht!“ entschuldigt sich Reger bei der Widmungsträgerin Henriette Schelle).

Die Mozart-Variationen op. 132 von 1914 sind zweifellos Regers bekannteste Komposition. Geschrieben für Orchester, folgte unmittelbar nach Fertigstellung der Partitur die Fassung für 2 Klaviere zum eigenen Gebrauch (op. 132a), wobei die 8. Variation für diese Besetzung neu komponiert wurde. Nach der Vorstellung des Themas (erster Satz der Klaviersonate A-Dur KV 331) folgen 8 Variationen, die sich zunehmend vom Original entfernen, die abschließende Doppelfuge führt mit dem Wiedereinsetzen des Mozart-Themas zu einem großartigen Kulminationspunkt, an dem drei Themen gleichzeitig erklingen.

Dieses Konzert fand schon im Juni beim Klavierfestival Ruhr größten Beifall. Acht Hervorrufe bei einem Konzert mit ausschließlich Reger!!!  In der Kritik stand „ Max Reger kommt an, wenn er so begeisternd gespielt wird….“

Dr. Harald Roth

 

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