Georgisches Kammerorchester

23. Oktober 2015, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle

Instrument / Musiker
Leitung / Horn

Radek Baborak

Komponist / Werk
Wolfgang Amadeus Mozart
Divertimento Nr.7 KV 205
Hornkonzert Nr.2 KV 417
Sinfonie g-moll KV 550 (1. Fassung)

Einer der herausragendsten Hornisten unserer Zeit ist Radek Baborak. „Ein Horngenie“ nannte ihn Seiji Ozawa. Nach Hornunterricht bereits mit 6 Jahren errang der junge Baborak schon bald wichtige Preise. Darunter sticht besonders der ARD Wettbewerb hervor, den er im Jahr 1994 im Alter von 17 Jahren gewann. Er war Solohornist bei den Münchener Philharmonikern, bei den Bamberger Symphonikern und zuletzt bei den Berliner Philharmonikern. Seit 2010 ist er freiberuflich tätig und spielt als Solo-Hornist mit allen bedeutenden Orchestern weltweit. Er hat die „Tschechische Sinfonietta“ gegründet, ein Ensemble aus Solisten und Kammermusikern, dem er auch als Dirigent vorsteht. Wir werden ihn als Hornisten und als Dirigenten des Georgischen Kammerorchesters erleben. Seit seiner Übersiedelung nach Ingolstadt 1990 hat sich dieses Kammerorchester zu einem festen Bestandteil des bayerischen Kulturlebens entwickelt. Das ehemalige Exil-Orchester, heute unterstützt von der Stadt Ingolstadt, der AUDI AG, der Sparkasse Ingolstadt und vom Bayerischen Staat, wurde 1964 in Georgien gegründet. Künstlerisch maßgeblich geprägt wurde es durch die langjährige Leiterin, die impulsive Geigerin Liana Issakadze, sowie Dirigentenpersönlichkeiten wie Lord Yehudi Menuhin und Kurt Masur. Namhafte Gastdirigenten und eine stattliche Reihe international renommierter Künstlerpersönlichkeiten wie David Oistrach, Svjatoslav Richter oder Daniil Shafran sind genauso mit dem Orchester aufgetreten wie in jüngerer Vergangenheit Heinrich Schiff, Tabea Zimmermann, Gidon Kremer, Rudolf Buchbinder, Christian Zacharias, Lisa Batiashvili, Sharon Kam, Diana Damrau, Alfredo Perl, Maxim Vengerov, Nikolai Tokarev und Khatia Buniatishvili.

Ein reines Mozartprogramm gibt es am 23. Oktober 2015. Zuerst das Divertimento Nr. 7 KV 205, das der  17jährige Mozart 1773 in Salzburg komponierte. Die Besetzung mit 2 Hörnern, Fagott und Streichern (ohne 2. Violinen!) hat mit ihrem offenen Klang einen ganz besonderen Reiz. Vier Hornkonzerte hat Mozart für den Freund der Familie, Ignaz Leutgeb geschrieben. Dieser war Waldhornist am fürstbischöflichen Orchester in Salzburg, später betrieb er eine Käserei in Wien, ohne allerdings von der Musik zu lassen. Offensichtlich war Leutgeb ein besonders fähiger Hornist, denn die Konzerte, die Mozart in Wien für ihn schrieb, sind höchst anspruchsvoll für den Solisten.  Das 2. Konzert in Es-Dur von 1783 wird in unserem Konzert erklingen. Mozarts g-moll Sinfonie KV 550 ist eine der bekanntesten Sinfonien überhaupt. (Das Anfangsthema hat es sogar zum Handy-Klingelton gebracht.)  Sie gehört zum Triptychon der letzten großen Sinfonien, die Mozart in nur knapp zwei Sommermonaten 1788 komponiert hat. Sie sind nicht nur Höhepunkt des sinfonischen Schaffen Mozarts, sie sind vollendete Beispiele klassischer Musik überhaupt. Die heitere Es-Dur Sinfonie KV 543,  die schmerzliche g-moll Sinfonie KV 550 und die strahlende C-Dur Sinfonie (“Jupiter-Sinfonie“), sie gehören innerlich zusammen. Nikolaus Harnoncourt empfindet sie gar als ein „Instrumentales Oratorium“. Im Gegensatz zu den mit Pauken und Trompeten groß besetzten Dur-Sinfonien fehlt in der mittleren, intimeren moll-Sinfonie dieser instrumentale Prunk – wir werden in diesem Konzert die Originalfassung (ohne Klarinetten) hören.  Zum Reichtum dieses Werks sei auf eine Werkbetrachtung im WDR hingewiesen: http://www.wdr3.de/musik/sinfonischemusikbeiwdr3/werkbetrachtungmozart101.html

Dr. Harald Roth

 

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