Sharon Kam, Gustav Rivinius, Markus Becker

14. März 2014, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle

Instrument / Musiker
Klarinette

Sharon Kam

Violoncello

Gustav Rivinius

Klavier

Markus Becker

Komponist / Werk
Johannes Brahms
Sonate für Violoncello und Klavier e-moll op. 38
Max Reger
Sonate für Klarinette und Klavier B-Dur op. 107
Johannes Brahms
Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier a-moll op. 114

Ein Klaviertrio in der raren Besetzung Klarinette, Violoncello und Klavier erklingt am 14. März 2014.  Sharon Kam gehört zur Elite der Klarinettisten. Sie wurde in Israel geboren und gab schon im Alter von 16 Jahren ihr Orchesterdebüt unter Zubin Mehta. Sie wurde von Isaac Stern gefördert und absolvierte die Juilliard School. 1992 gewann sie den ARD-Wettbewerb in München und ist seitdem Gast der berühmtesten Orchester. Als begeisterte Kammermusikerin arbeitet Sharon Kam mit Heinrich Schiff, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas , Tabea Zimmermann, Enrico Pace, Lars Vogt und Daniel Müller- Schott zusammen. Bereits zweimal wurde sie mit dem „ECHO-Klassik“ als „Instrumentalistin des Jahres“ ausgezeichnet. Als bisher einziger deutscher Musiker wurde Gustav Rivinius mit dem 1. Preis und der Goldmedaille des Internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs 1990 ausgezeichnet. Der damals 24jährige Cellist erhielt zudem den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Tschaikowsky-Werkes. Seither konzertiert er auf der ganzen Welt mit führenden Musikern, Orchestern und Dirigenten. Höhepunkte seiner bisherigen Karriere waren Auftritte mit Lorin Maazel, Ingo Metzmacher und Hans Zender. Zur Wiedereröffnung des Goldenen Saals der Prager Burg spielte Gustav Rivinius das Dvorak-Cellokonzert mit der Tschechischen Philharmonie unter Vaclav Neumann und zum 50jährigen Bestehen der Bamberger Symphoniker spielte er im Tripel-Konzert von Beethoven zusammen mit Antje Weithaas und Lars Vogt unter Horst Stein. Leidenschaftlich widmet sich Gustav Rivinius der Kammermusik. Aufgewachsen in einer musikalischen Familie musiziert er bis heute regelmäßig mit seinen Brüdern im Rivinius-Klavier-Quartett, sowie in Recitals mit seinem Bruder Paul am Klavier. Beim Heimbach Festival „Spannungen“ gehört er zum festen Musikerkreis. Gustav Rivinius lehrt seit vielen Jahren an der Hochschule für Musik Saar. Markus Becker braucht man in Weiden nicht mehr vorzustellen. Zuletzt war er beim Festkonzert zum 50jährigen Bestehen des Förderkreises für Kammermusik mit Schuberts Forellenquintett zu erleben. Beckers zentrales Anliegen ist die Kammermusik. Als Interpret, Professor und Festivalleiter widmet er sich diesem Feld mit besonderer Hingabe. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen u.a. Albrecht Mayer, Sharon Kam, Tabea Zimmermann, Kolja Blacher, Alban Gerhardt, Gustav Rivinius und  Igor Levit. Becker erhielt dreimal den „ECHO-Klassik“ und wurde mehrmals mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem „Editor´s choice“ in GRAMOPHONE ausgezeichnet. Als legendär gilt bereits heute seine Gesamteinspielung des Klavierwerks von Max Reger auf insgesamt 12 CDs. Fono Forum urteilte über diese enzyklopädische Großtat: „Eine der seltenen wahrhaft großen Leistungen deutscher Pianistik der letzten fünfzig Jahre“. Eleonore Büning schreibt in der FAZ: Markus Becker ist als Virtuose unschlagbar, ein musikalischer Seelenmaler mit Verstand.

Mit 32 Jahren schrieb Johannes Brahms im Jahr 1865 seine 1. Cellosonate (e-moll, op. 38), ein melodisch reiches, die Klangfarben des Violoncellos optimal nützendes Werk mit einem ruhig kraftvollen Kopfsatz, einem rhythmisch betonten Mittelsatz und einem kontrapunktischen Finale, dessen Thema Brahms Bachs „Kunst der Fuge“  entnommen hat.  Max Reger komponierte seine 3. Klarinettensonate (B-Dur, op.107) im Winter 1908/09 während seiner Arbeit am 100. Psalm. „Ein gar lichtes, freundliches  Werk“ schrieb Reger über diese Sonate, „...ein ungemein klares Werk...  Brahms hat dafür Musterbeispiele aufgestellt, wie der Stil sein muss.“ Vier Sätze werden durch ein absteigendes Motiv als satzübergreifende Klammer zusammengehalten. Für mich eines der besonders geglückten Werke Regers.

1891 lernte Brahms in Meiningen den dortigen 1. Soloklarinettisten Richard Mühlfeld kennen. Tief beeindruckt von dessen ausdrucksvollem Klarinettenspiel schrieb der alte Brahms vier Werke für Mühlfeld: zwei Sonaten mit Klavier, ein Quintett mit Streichquartett  und ein Trio in der raren Besetzung: Klarinette, Violoncello und Klavier.  Dieses herrliche, aber selten gespielte Spätwerk (a-moll, op. 114) werden wir im zweiten Teil des Konzertes mit den erstrangigen Musikern Sharon Kam, Gustav Rivinius und Markus Becker erleben dürfen.

Dr. Harald Roth