Viktoria Mullova

7. November 2014, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle

Instrument / Musiker
Violine

Viktoria Mullova

Komponist / Werk
Joh. Seb. Bach
Allemanda und Double aus der Partita Nr. 1 h-Moll BWV 1002
Largo und Allegro aus der Sonate Nr. 3 C-Dur BWV 1005
Tempo di Borea und Double aus der Partita Nr. 1 h-Moll
Siciliana und Presto aus der Sonate Nr. 1 g-moll BWV 1001
Ciaconna aus der Partita Nr. 2 d-moll BWV 1004
Dai Fujikura
'line by line' für Violine solo (2013)
George Benjamin
Three Miniatures for Solo Violin (2001)
Sergei Prokofiew
Sonate für Violine solo D-Dur op. 115

Ein Konzertereignis der Extraklasse können wir für den 7. November ankündigen. Viktoria Mullova ist eine der ganz großen Geigerinnen. 1959 wurde sie nahe Moskau geboren. Leonid Kogan war ihr bedeutendster Lehrer, der sie ganz im Stil  der russischen Geigenschule ausbildete. Mit 21 Jahren war sie Preisträgerin des Sibelius-Wettbewerbs in Finnland, und mit 22 gewann sie den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. 1983 floh sie unter abenteuerlichen Umständen in den Westen. Hier startete sie eine neue Karriere, die sie rasch in die bedeutendsten Musikzentren der Welt führte. Lange Zeit war sie Partnerin von Claudio Abbado (mit dem sie einen Sohn hat). Jetzt lebt sie in London. Groß ist die Zahl ihrer Schallplattenpreise.

Immer schon fühlte sie sich angezogen vom Violinwerk Bachs, das sie ganz im Stil ihres Lehrers mit großem Ton spielte, „als imitiere man eine Orgel“. Bei Proben in Paris lernte sie den italienischen Fagottisten Marco Postinghel (Solofagottist beim Sinfonieorchester des BR) kennen, der ihre Überzeugungen hinsichtlich der Barockmusik völlig zum Einsturz brachte, worauf sie das Spiel im Stil der historisch informierten Aufführungspraxis mit Barockbogen und Darmsaiten begann. Wie überzeugend ihr das gelingt, zeigen die phantastischen CD-Einspielungen der Solowerke von Bach und Vivaldi. Als eine der wenigen Künstlerinnen ist sie in beiden Stilarten zuhause.

So können wir bei ihrem Soloabend erleben: Bach mit Barockbogen auf Darmsaiten (u.a. die Chaconne aus der d-moll Partita) sowie neuere bis neueste Musik mit modernem Bogen und modernen Saiten (Prokofiews Solosonate und ganz neue Werke von George Benjamin und Dai Fujikura). Dabei stehen ihr zur Verfügung eine Guadagnini-Geige von 1750 für Bach und die Jules Falk Stradivari von 1723 für die neuere Musik.

Ein spannender Konzertabend! Ein paar Tage vor dem Konzert in  Weiden wird dieses höchst anspruchsvolle Projekt in Madrid aus der Taufe gehoben. Deswegen war Frau Mullova noch nicht bereit für einen Mitschnitt, um den sie der BR gebeten hatte.

 

Dr. Harald Roth