Münchener Rundfunkorchester

10. Februar 2012, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle, Gustl-Lang-Saal

Instrument / Musiker
Leitung

Ulf Schirmer

Violine

Ulf Wallin

Komponist / Werk
Richard Wagner
Eine Faust Ouvertüre d-moll WV 59
Franz Liszt
„Von der Wiege bis zum Grabe“, symphonische Dichtung
Max Reger
Violinkonzert A-Dur op. 101

„Münchens erstaunlichstes Orchester“ schrieb die Süddeutsche über das Münchener Rundfunkorchester. Gegründet wurde es im Jahr 1952. Inzwischen hat sich dieses Orchester im Lauf seiner bald  60 Jahre zu einem Klangkörper mit einem enorm breiten künstlerischen Spektrum entwickelt. Unter der Leitung von einer Reihe erstklassiger Chefdirigenten hat sich ein Spitzenensemble gebildet, das seine primäre Zielsetzung in der Aufführung selten gehörter Werke sieht: in einer Zeit, in der sich in den Konzerten der Kanon der Werke zunehmend reduziert, ist dies eine überaus verdienstvolle Aufgabe. So werden manche bisher ungehobene Schätze ans Tageslicht gebracht. Chefdirigent seit 2006 ist Ulf Schirmer, einer der bedeutendsten und vielseitigsten deutschen Dirigenten. Nach langjähriger Tätigkeit an der Wiener Staatsoper und bei den Bregenzer Festspielen ist er seit 2009 Generalmusikdirektor der Oper Leipzig, jetzt auch Intendant. Im Rahmen seiner Konzerttätigkeit arbeitet er mit den Wiener und Berliner Philharmonikern, den Wiener und Bamberger Symphonikern, der Staatskapelle Dresden und dem Orchestre de la Suisse Romande zusammen. Seiner Lust auf Neues und seiner Entdeckerfreude ist das Münchener Rundfunkorchester ein idealer Partner. So wird es beim Konzert in Weiden am 10. Februar 2012 selten gehörte Werke geben.

Richard Wagner, ausschließlich als Opernkomponist im Bewusstsein, schrieb mit 26 Jahren unter dem Einfluss von Berlioz  „Roméo et Juliette“-Symphonie  seine Faust-Ouvertüre. Hier tauchen schon typische Klangfarben  (Kontrabässe und Tuba zu Beginn) und die Leitmotivtechnik des reifen Opernkomponisten auf. Tschaikowski hielt diese Ouvertüre für „Wagners beste Komposition“.  Auf Wagners Frühwerk folgt ein Spätwerk von Franz Liszt, dem Schwiegervater Wagners: „Von der Wiege bis zum Grabe“, Liszts letzte symphonische Dichtung von 1881/82, ein Werk, das gerade im letzten Satz harmonisch schon weit in die Zukunft vorausweist.

Nach der Pause erleben wir eines von Max Regers „Herzblutwerken“: das Violinkonzert A-Dur, op. 101, eines der bedeutendsten Violinkonzerte nach Beethoven und Brahms, ein Werk aber, das wegen seiner ungeheueren Anforderungen an die Ausführenden nur äußerst selten aufgeführt wird.  (In Weiden allerdings wird es seit 1992 jetzt zum vierten Mal erklingen, was schon fast weltrekordverdächtig ist.)

Der schwedische Geiger Ulf Wallin, Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, beschäftigt sich schon lange mit Max Reger. Er hat eine beispielhafte Aufnahme sämtlicher Werke Regers für Violine und Klavier vorgelegt. Jetzt hat er auch das Violinkonzert mit dem Münchener Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer auf CD aufgezeichnet.